Kunstwerk der zwei KöpfeSPD Berlin/ Ulrich Schulte Döinghaus

Blaumann trifft auf Turnschuh und Notebook: Innovative Wirtschaft und Wissenschaft in Berlin-Adlershof

Die “Wissenschaftsstadt” Adlershof im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist ein Beispiel für innovative Wirtschaft und Wissenschaft. BERLINER STIMME-Redakteur Ulrich Schulte-Döinghaus hat sich dort einmal umgesehen.

Frühmorgens zwischen 7 und 9 Uhr teilt sich der Arbeitsmarkt im S-Bahnhof Adlershof. Den östlichen Ausgang zum „alten“ Adlershof nehmen meist die Arbeitnehmer:innen, denen Zollstöcke aus den Seitentaschen ragen. Viele tragen Blaumänner und derbes Schuhwerk. Sie sind als Kolleg:innen zu erkennen, die im Handwerk, im Einzelhandel oder auf dem Bau ihr Geld verdienen. Bevor sie aussteigen, falten viele die aktuelle Papierzeitung zusammen.

Den rechten, westlichen Ausgang zum „neuen“ Adlershof wählen meist jüngere Frauen und Männer, die Sneakers an den Füßen und kleine Kopfhörer in den Ohren tragen. Sie verstauen Notebooks oder Tablets, bevor sie die S-Bahn verlassen. Die meisten arbeiten in den 1.200 Betrieben der „Wissenschaftsstadt“ Adlershof in Betrieben der Photonik und Optik, Photovoltaik und Erneuerbaren Energien, Mikrosystemen und Materialien, Informationstechnik (IT) und Medien, Biotechnologie und Umwelt.

Was morgens in Adlershof passiert, zeigt – wie in einem Brennglas – den Arbeitsmarkt in Berlin insgesamt.  Für die SPD-Landesvorsitzende Franziska Giffey sind sowohl die klassischen wie die innovativen Jobs eine Herzenssache. Sie sagt: „Wir unterstützen die Wirtschaft, die gute Arbeitsplätze schafft und erhält – vom kleinen Handwerksbetrieb, über den Einzelhandel, das Start-up-Unternehmen, die Dienstleistungsbranche bis hin zum Industriestandort.”

Und sie versichert: „Wir entwickeln die Stadt zum führenden Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.“ In Berlin sind zurzeit über zwei Millionen Frauen und Männer erwerbstätig. Während die Pandemie die touristischen und gastronomischen Branchen in Berlin lahmlegt, suchen Baugewerbe, Gesundheitswirtschaft und Industrie qualifizierte Arbeitskräfte. Besondere Dynamik geht von der „Gesundheitswirtschaft“ aus – also von Arztpraxen, Kliniken, Apotheken, therapeutischen Einrichtungen einerseits und von innovativen Unternehmungen andererseits.

Einige sind heimliche Marktführer, auch „hidden champions“ genannt, in ihrem Spezialsegment, etwa das Unternehmen „First Sensor“. Hier werden Sensoren gefertigt, unter anderem für den Medizinsektor. Gesundheit ist dasWirtschaftsthema weltweit, für das Berlin schon jetzt hervorragend gerüstet ist. Allein in der „Wissenschaftsstadt” Adlershof, mit vier Quadratkilometern flächenmäßig kleiner als die Nordseehallig Hooge, boomen rund 60 hochinnovative Unternehmungen, die sich wirtschaftlich dem Kampf gegen Krankheiten verschrieben haben.

Schon zu Ende? Das muss nicht sein. Hier geht es weiter mit interessanten Beiträgen aus der BERLINER STIMME.

Autor:in

Ulrich Schulte-Döinghaus

Redakteur des Berliner Stadtblatts