Wolfhart UlbrichSPD Berlin/Rainer Schadow

Wahlkämpfer:in der Woche: Ein bescheidener Organisator

Im Wahljahr sind sie auf den Straßen Berlins anzutreffen: Menschen, die sie sich für die SPD stark machen. Doch wer sind sie genau? Mit unser Serie “Wahlkämpfer:in der Woche” wollen wir die Gesichter hinter dem Wahlkampf der Berliner SPD vorstellen – heute: Wolfhart Ulbrich. Infostände, Steckaktionen, Veranstaltungen: Im Wahlkampf ist der 61-Jährige gerne der Organisator.

Fragt man Wolfhart Ulbrich nach seiner Rolle im Wahlkampf der SPD Marzahn-Hellersdorf, antwortet er bescheiden: “Ich organisere gerne Infostände, Steckaktionen – bleibe ansonsten aber lieber im Hintergrund.” Er stelle sich nicht so gern nach vorn. Doch die Arbeit von Wolfhart Ulbrich und seine Person sind in seiner Abteilung, seinem Kreis wichtig – so wichtig, dass er vergangenes Jahr gefragt wurde, ob er für die diesjährige Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) kandidieren möchte.

Wolfhart Ulbrich
Er arbeitet gerne aus dem Hintergrund heraus: Wolfhart Ulbrich ist stellvertretender Co-Vorsitzender der SPDqueer in Marzahn-Hellersdorf und der Wahlkämpfer der Woche.

Dennoch: Bescheidenheit spielt für ihn eine große Rolle – die zeigt er auch bei der Frage, warum er Wahlkampf für die Berliner SPD macht: “Ich möchte einfach, dass unsere Partei so viel wie möglich Stimmen bekommt.” Wolfhart Ulbrich will nicht nur zahlendes Mitglied sein, sondern er steht hinter der SPD und möchte sich einbringen. Dabei hat er sowohl die Gesamtpartei im Blick als auch die Sozialdemokrat:innen in seinem Heimatkreis. “Wir haben es als kleinster Kreis schwerer, daher möchte ich uns weiter voranbringen.”

Im Gegensatz dazu ist seine Abteilung die größte innerhalb der SPD Marzahn-Hellersdorf. “Der Zusammenhalt ist groß – das ist für mich der entscheidende Faktor mitzumachen”, erklärt Wolfhart Ulbrich. Im Wahlkampf unterstützt er unter anderem Luise und Jan Lehmann. Beide sind Kandidat:innen für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Marzahn-Hellersdorf: Für Wahlkreis 5 tritt Luise Lehmann an. Einen Wahlkreis weiter, in der 6, wirbt Jan Lehmann um die Stimmen der Wähler:innen.

Für Jan Lehmann kümmert sich der 62-Jährige beispielsweise darum, dass eine gewisse Zahl Flyer in einem bestimmten Gebiet in die Briefkästen gesteckt werden – “HIntergrundarbeit”, wie er es nennt. Und wieder scheint seine bescheidene Art durch. Mit Luise verbinden ihn zwei Dinge: Beide bilden das stellvertretende Führungsduo der AG SPD queer in Marzahn-Hellersdorf.

Außerdem unterstützte sie ihn vor fünf Jahren bei der Gründung der Schwusos – die Vorgängerorganisation der heutigen SPD queer. Die letzte Frage des Gesprächs – warum er in die SPD eingetreten ist – beantwortet er mit der Erzählung eines besonderen Moments: “Ich bin seit ewigen Zeiten Gewerkschafter bei ver.di”, erklärt er. Über die Gewerkschaft lernte er viele verdiente Genoss:innen kennen. So auch bei einem sogenannten “bayerischen Abend” bei der ehemaligen SPD-Abgeordneten Ruth Müller in Berlin.

Dort trifft er unter anderem auf den jetzigen Berliner SPD-Landesvorsitzenden Raed Saleh, seinem Vorvorgänger in diesem Amt, Jan Stöß, und Rolf Wiegand. An diesem Abend führt er etliche Gespräche. “Schließlich ging ich nach hause, war beeindruckt und als ich in meiner Wohnung ankam, habe ich erst einmal den Laptop aufgeklappt und bin in die SPD eingetreten.”