Frauen aus drei GenerationenHalfpoint / Adobe Stock

Standpunkt: Die Hälfte der Macht den Frauen!

Die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern muss selbstverständlich sein. Doch das reicht uns als Sozialdemokrat*innen nicht: Wir wollen die tatsächliche Gleichstellung in allen Lebensbereichen. Gleichstellungspolitik ist in allen Politikbereichen eine Querschnitts­aufgabe.

Wir wollen für Frauen und Männer gleiche Rechte und gleiche Chancen. Frauen und Männer sollen gleich, frei und solidarisch miteinander leben können.

Geschäfts-Frau

Gleichstellung im Arbeitsleben

Insbesondere in der Berufs- und Arbeitswelt bestehen weiterhin Ungleichheiten: Schlüsselpositionen sind noch immer überwiegend mit Männern besetzt. Frauen verdienen im Durchschnitt nach wie vor weniger für gleichwertige Arbeit als gleich qualifizierte Männer.

Wir wollen im Erwerbsleben die gleichberechtigte Teilhabe von Männern und Frauen. Wir fordern gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit. Deshalb haben wir im Bund das Entgelt­gleichheits­gesetz auf den Weg gebracht. Und wir wollen, dass die Hälfte der Führungspositionen in Unternehmen, Verwaltung, Wissenschaft und Aufsichtsgremien von Frauen besetzt werden.

… und bei der Rente!

Die schlechtere Bezahlung von Frauen im Erwerbsleben hat Folgen im Alter: Frauen erhalten im Durchschnitt fast 400 Euro weniger Rente als Männer. Mit der neuen Grundrente erhöhen wir niedrige Renten von allen, die mindestens 35 Jahre gearbeitet haben. Aus Respekt vor der Lebensleistung. Zu 80 Prozent werden von der Grundrente Frauen profitieren – nicht nur künftige, sondern auch schon die heutigen Rentnerinnen.

Die Hälfte der Macht für Frauen

Obwohl es in der Politik Fortschritte bei der Gleichstellung gibt: Das gleichstellungs­politische Ziel, die Hälfte der Macht den Frauen, haben wir aber noch nicht erreicht. In der SPD haben wir eine Geschlechterquote: Jedes Geschlecht muss mit mindestens 40 Prozent vertreten sein. Bei Listen gilt das Reißverschluss­prinzip: Frauen und Männer werden abwechselnd gereiht. Mit der Doppelspitze stärken wir die politische Teilhabe von Frauen.

In der Parlamenten sind wir noch weit von gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern entfernt. Nach der vergangenen Abgeordneten­haus­wahl betrug der Frauenanteil im Berliner Abgeordnetenhaus nur noch ein Drittel, im Bundestag betrug der Frauenanteil nach der letzten Wahl sogar nur 31 Prozent! Deshalb fordern wir ein Paritäts­gesetz, das die wirkliche Gleichstellung von Frauen und Männern sicherstellt.

Mutter mit Kind im Buggy am Straßenrand

Gleiche Verteilung der Familienarbeit

Ein Großteil der Familienarbeit, und damit auch Pflegearbeit, wird von Frauen geleistet. Gerade für Frauen addieren sich so berufliche und familiäre Belastungen im Alltag. Frauen wenden pro Tag durchschnittlich 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Das hat Folgen bei den Arbeitszeiten und Einkommen. Deshalb ist es wichtig, die Rollen­aufteilung zu ändern und Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu verbessern.

Mit dem Elterngeld haben Familien die Möglichkeit, die Kinderbetreuung zwischen den Elternteilen fairer zu verteilen. In Berlin bauen wir die Kinderbetreuung aus: Die Kita ist komplett gebührenfrei, die Schulen stellen eine ganztägige Betreuung sicher.

Keine Gewalt gegen Frauen!

Jede vierte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partner­schafts­gewalt erlebt. Betroffen sind Frauen aller gesellschaftlicher Schichten. Jede Frau hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben!

Um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen, ist eine enge Zusammenarbeit aller Stellen erforderlich. Dazu bedarf es Kooperations- und Interventions­projekte. “Wer schlägt, der geht!”: Mit dem “Berliner Interventons­projekt gegen häusliche Gewalt” haben wir positive Erfahrungen gemacht. Die Gewaltschutzambulanz der Charité bietet Hilfe für Betroffene.

Betroffene Frauen sowie Angehörige und Freund*innen von betroffenen Frauen erhalten am bundesweiten Hilfetelefon rund um die Uhr kostenlose Unterstützung und Hilfe: Telefon 0800 116 016 oder im Internet auf www.hilfetelefon.de

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 0800-116016