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Standpunkt: Gute Bildung ist keine Frage der sozialen Herkunft

Kinder und Jugendliche auf den sprichwörtlichen Ernst des Lebens vorbereiten – neben Eltern und Freunden schafft das vor allem eine gute Bildung. Sie ermöglicht jungen Menschen die Teilhabe an der Gesellschaft.

Daher möchte die Berliner SPD ein Bildungssystem, das den Lernerfolg nicht von der sozialen Herkunft abhängig macht. Kein Kind darf zurückbleiben.

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Ein sozial gerechtes, leistungsfähiges und inklusives Bildungssystem

Daher gleich zu Beginn: Wir wollen das zweigliedrige Schulsystem sozial gerechter, leistungsfähiger und inklusiver gestalten. Außerdem möchte die Berliner SPD die Leistungsfähigkeit der Berliner Schulen insgesamt stärken, die Qualität der Abschlüsse steigern und die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss deutlich senken.

Schulen in belasteten Sozialräumen erfahren bei diesem Vorhaben eine besondere Unterstützung. Dazu werden die vorhandenen Unterstützungssysteme für Schulen bei der Unterrichts- und Schulentwicklung ausgeweitet.

Der Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler Rechnung tragen

Dabei sollen die einzelnen Schulformen so weiterentwickelt werden, dass sie der Verschiedenheit ihrer Schülerinnen und Schüler Rechnung tragen. Darüber hinaus wollen wir von Berliner SPD Schulen neu bauen und sanieren.

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Die SPD Berlin hat die Ausbildungskapazitäten für Lehramtsstudierende verdoppelt. Gleichzeitig ist Berlin bundesweit Vorreiter, was die gleiche Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern an Grund- und weiterführenden Schulen betrifft. Ebenso schaffen wir leichtere Bedingungen für Quereinsteiger und schaffen finanzielle Anreize für Lehrkräfte.

Gute Bildungschancen fangen für uns schon vor der Schule an

Daher haben wir als erstes Bundesland die Kitagebühren in Berlin komplett abgeschafft. Außerdem haben wir zusätzlich 600 Millionen Euro eingesetzt, um die Kitaversorgung zu unterstützen. Dadurch konnte mehr Personal eingestellt und bessere Betreuungsangebote geschaffen werden. 

Grundschulen kommt in diesem Sinne eine besondere Aufgabe zu: Sie sollen die Potenziale der einzelnen Schülerinnen und Schüler erkennen und fördern. Schon jetzt haben wir die Lernmittelfreiheit an Grundschulen eingeführt.  

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Bildungserfolg von der Herkunft abkoppeln

Die Gemeinschaftsschule beweist bereits jetzt, dass es durchaus möglich ist, den Bildungserfolg von der sozialen und ethnischen Herkunft der Schülerinnen und Schüler abzukoppeln. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht die Gemeinschaftsschule qualitativ und quantitativ weiterzuentwickeln.

Die Berliner SPD möchte die Gründung von Gemeinschaftsschulen attraktiver machen. So soll unter anderem die freiwillige Kooperation und Fusion von Grund- und weiterführenden Schulen gefördert werden. Bei einem notwendigen Schulneubau unterstützen wir vor allem die Neugründungen von Gemeinschaftsschulen.

Inklusion betrifft alle Schularten

Inklusion ist ein Prozess und im Hinblick auf Bildung ist es für uns die Umsetzung einer Pädagogik, die jedes Kind in seiner Individualität wertschätzt, seine Stärken erkennt, sie fördert und Vielfalt als Chance für erfolgreiches Lernen nutzt.

Inklusion betrifft dabei alle Schularten – auch die Gymnasien sollen inklusiv werden. Außerdem wollen wir die individuellen Begabungen von Schülerinnen und Schüler an allen Schularten fördern.

Gute Arbeit – auch an Berliner Hochschulen

Berlin ist ein bedeutender Wissenschaftsstandort. Das Studienangebot an den Hochschulen ist breit gefächert und ebenso stark nachgefragt. Starke Hochschulen sichern den Zukunftsstandort Berlin.

Dafür steht ein zentrales Thema wieder an erster Stelle der Sozialdemokratie: Gute Arbeit, das heißt eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse an den Hochschulen. Prekäre Beschäftigung in der Wissenschaft muss eingeschränkt werden. Daueraufgaben müssen auf Dauerstellen geleistet werden.

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Auch in Zukunft: keine Studiengebühren

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gebührenfreiheit:  Auch zukünftig wird es keine Studiengebühren geben. Weiterhin möchte die SPD Berlin die stadtweite Mobilität stärken, also das gleichzeitige Studieren an unterschiedlichen Hochschulen. Jeder Studierende sollte die Möglichkeit erhalten, das Studium auch in einer selbstbestimmten Geschwindigkeit zu absolvieren.

Die SPD Berlin möchte außerdem eine diverse und diskriminierungsfreie Hochschule. Hierbei leisten bereits jetzt die Frauenbeauftragten eine hervorragende Arbeit. Diese wollen wir stärken und weitere Strukturen schaffen. Dabei umfasst ein diskriminierungsfreies Umfeld auch die soziale Herkunft von Studierenden.

Berlin baut an guter Bildung

Berlin wächst und damit auch ihre Schülerzahlen. Das stellt die Berliner Schulbauoffensive (BSO) vor große Herausforderungen: Neue Schulen müssen gebaut, bestehende saniert werden.

Dafür wurden auf zehn Jahre 5,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Das Personal wurde bei den Bezirken um mehr als 320 Stellen aufgestockt. Bereits 2017 wurde mehr Geld in den Schulen verbaut als 2016.

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Senat und Bezirke gehen Hand in Hand

Die Schulbauoffensive erfordert auch ein neues Miteinander zwischen Senat und Bezirken. Bisher haben idealtypisch die Bezirke beim Schulbau alles bewältigt. Die Bezirke sind für den in etwa verdreifachten laufenden Bauunterhalt der Schulen zuständig.

Hinzukommen Sanierungen mit maximal zehn Millionen Euro Gesamtkosten und Erweiterungen von Schulbauten. Rund 2,5 der 5,5 Milliarden Euro werden damit von den Bezirken verbaut.

Das Land unterstützt die Bezirke bei Bedarf

Den Neubau und die Schulsanierungen, die mehr als zehn Millionen Euro kosten, („Großschadenfälle“) übernehmen die zuständige Senatsverwaltung sowie die langeseigene HOWOGE. Letztere kümmert sich vor allem um weiterführende Schulen, die Grundschulen werden von der Senatsverwaltung gebaut.

Außerdem hilft das Land aus, wenn die Sanierungen die Bezirke überfordern: Für Schulen mit mehr als 5,5 Millionen Euro Sanierungsbedarf kann ein Antrag auf Amtshilfe gestellt werden. Die Berliner Immobilien Holding (BIM) steckt außerdem eine halbe Milliarde in die Berufs- und zentralverwalteten Schulen.