Menschen laufen an der S-Bahn-Haltestelle Brandenburger Tor vorbei.Adobe Stock/TIMDAVIDCOLLECTION

Standpunkt: Klimaschutz steht ganz oben

Umweltpolitik ist für die SPD Berlin ein gesamtgesellschaftliches und vor allem ein urbanes Thema. Gerade Letzteres hat einen guten Grund: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in urbanen Zentren, auch der Großteil der Wirtschaftstätigkeit und der energiebedingten Emissionen konzentriert sich dort. Was Metropolen wie Berlin also für die Minderung von Emissionen und den Schutz ihrer Einwohnerinnen und Einwohner tun, ist deshalb ein zentraler Baustein wirksamer Klimapolitik.

Berlin: Grünflächen und Wohnsiedlungprogarten / Adobe Stock

Klimaschutz geht nur mit sozialer Gerechtigkeit

Für die SPD Berlin ist eine Sache immer entscheidend: Wie können wir den Wandel sozial gestalten? Wie ermöglichen wir es allen, Klimaschutz zu unterstützen, ohne finanziell überfordert zu werden. Verkehr, Energie, Ernährung müssen für alle genauso wie Wohnen und soziale Absicherung bezahlbar bleiben. Es wird für die SPD also wichtig sein, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Beim Klimawandel stehen die Städte an vorderster Front. Wir müssen Chancen nutzen, ausbauen, bewahren.

Sonniger Himmel mit Wolkenmagann / Adobe Stock

Dächer von U-Bahnhöfen und Bushaltestellen nutzen

Wir können und wir wollen den Klimaschutz im Bereich Infrastruktur noch mit vielen Maßnahmen voranbringen. Ein Beispiel: Die Dächer von U-Bahnhöfen und Bushaltestellen sind weitgehend ungenutzt. Wir wollen, dass die BVG unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes geeignete Dächer mit Solarmodulen zur Stromproduktion ausstattet.

Nach erfolgreichem Pilotprojekt soll das Vorhaben auf alle geeigneten Berliner Bahnhofsgebäude in öffentlicher Hand ausgeweitet werden. Technisch nicht geeignete Dächer sollen soweit möglich mit bienenfreundlichen Pflanzen begrünt werden. Das dient über die Verdunstungsflächen dem Stadtklima und unterstützt den Artenschutz.

E-AutosSebastian Thomas/SPD Berlin

Ein neuer und moderner Verkehrsmix

Die SPD Berlin denkt Klima und Mobilität zusammen. Denn ohne eine Mobilitätswende bleibt der Klimaschutz auf der Strecke. Dafür brauchen wir einen neuen, modernen Verkehrsmix.

Eine wesentliche Säule einer angebotsorientierten neuen Verkehrspolitik ist der ÖPNV. Er fährt bereits zu rund 70 Prozent mit elektrischem Strom und ohne lokale Emissionen. Damit hat er eine Vorreiterrolle bei Abgasemissionen im Mobilitätssektor. Die BVG bezieht bereits heute zu 100 Prozent Ökostrom.

Umstellung auf umweltfreundliche Antriebe

Die Emissionen im Busverkehr sollen bis 2030 CO₂-neutral sein. Dafür ist eine zügige Umstellung auf umweltfreundliche Antriebe erforderlich. Zusätzlich zu unseren Investitionen in Milliardenhöhe müssen wir den Berlinerinnen und Berlinern aber auch mit günstigen Tarifen einen Anreiz für den Umstieg auf den ÖPNV bieten. Es geht darum, Impulse für die Zukunft der Mobilität zu setzen und zu zeigen, dass eine sozial gerechte Mobilitätswende möglich ist.

Für ein sauberes und mobiles Berlin

Wir haben mit dem neuen Firmenticket ein verbessertes Angebot geschaffen und die Basis gelegt, um Schritt für Schritt in Richtung 365-Euro-Ticket zu gehen. Mit einem solchen Jahresticket würde die Nutzung von Bus und Bahn in Berlin nur noch einen Euro pro Tag kosten. So stellen wir die Weichen für ein sauberes und mobiles Berlin.

Seit dem 1. August 2019 ist das Schülerticket in Berlin kostenfrei! Schülerinnen und Schüler können mit der „fahrCard“ das gesamte ÖPNV-Angebot im Tarifbereich AB kostenfrei nutzen. Damit entlasten wir Familien zum Schuljahr 2019/2020 um mehr als 200 Euro im Jahr und stärken die klimafreundliche Nutzung von Bus und Bahn in unserer Stadt.

U-Bahn-Zug fährt am Bahnsteig einDavidB / Adobe Stock

Bequeme, sichere und klimafreundliche Mobilität ist damit für alle Schülerinnen und Schüler möglich, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Außerdem kostet das Azubi-Ticket für ganz Berlin-Brandenburg nur noch 365 Euro im Jahr. Das ist soziale und gleichzeitig nachhaltige Verkehrspolitik. Gerade in Metropolen wie Berlin muss gezeigt werden, dass ein gutes Angebot die Menschen dazu bewegt, vom Auto auf die Öffentlichen umzusteigen.

Dieses Angebot werden wir durch bessere Preise, kürzere Takte, neue Tram-Linien und auch die Verlängerung von U-Bahnstrecken für eine bessere Anbindung zehntausender Berlinerinnen und Berliner schaffen. Auch beim Ausbau des Radverkehrs muss es konkrete Fortschritte geben.