Photothek/Thomas Trutschel

Berlin 2035: Anpacken für gute Arbeit und eine starke Wirtschaft

Abschluss des inhaltlichen Zukunftsprozesses Berlin 2035

Um Arbeit und Wirtschaft ging es im Rahmen der letzten Zukunftswerkstatt „Anpacken“ im Rahmen des Zukunftsprozesses Berlin 2035. Passend dazu war auch der Ort: Das Filmtheater Colosseum steht wie kaum eine andere Branche für den technischen Wandel in der Arbeits- und Wirtschaftswelt. Von VHS-Kassetten über DVDs bis hin zu Online-Streamingdiensten hat sich die Konkurrenz für das Kino-Gewerbe stetig erweitert. Um jenen Wandel der Arbeits- und Wirtschaftswelt ging es deshalb auch im Rahmen der Zukunftswerkstatt.

„Ich habe keine Glaskugel, aber weiß, wofür wir kämpfen“, betonte deshalb auch Nele Techen, stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, zu Beginn im Zukunftstalk, moderiert durch den SPD-Landesvorsitzenden Martin Hikel. Eine weitere Mindestlohnanpassung und eine stärkere Tarifbindung sind Ziele für den DGB in den nächsten zehn Jahren, so Techen: „Damit wir die Arbeitslosenquote weiter senken, braucht es noch bessere Bedingungen bei der Berufsausbildung und auch dualen Ausbildung.“

Darin stimmte auch Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Berliner Handwerkskammer, zu. Er lenkte zudem den Blick auf den Zusammenhang von Wohnraum und Wirtschaft: „In zehn Jahren gehen die Babyboomer in Rente. Deshalb brauch es mehr bezahlbaren Wohnraum für alle die folgen, um auch ausreichend Wohnraum zu schaffen für Auszubildende.“

Passend dazu hob Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe ein gemeinsames Projekt von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite hervor: Erstmals entsteht ein Azubi-Werk in Berlin, analog zum bereits vorhandenen Studierendenwerk. 

Mit Blick auf 2035 waren sich alle drei einig, dass die Digitalisierung und Verwendung von KI weiter die Arbeitswelt prägen wird. „Dadurch bieten sich mehr Chancen, als das man Angst davor haben muss. Wir müssen die Menschen gesund halten, die in Arbeit sind – auch durch digitale Maßnahmen“, betonte dabei Jürgen Wittke. Zugleich hob Kiziltepe die Verunsicherung des Strukturwandels hervor und betonte, dass man Bedürfnisse der Arbeitnehmer*innen deshalb besonders ernst nehmen muss. Herausforderungen durch Digitalisierung z.B. durch arbeitsrechtliche Lücken in der Plattformökonomie müssen auch in Zukunft besser geschlossen werden, sodass sie durch das Betriebsverfassungsrecht vollständig abgedeckt sind, waren sich auch Nele Techen und Senatorin Kiziltepe einig.

Über die Chancen und Herausforderungen in den Bereichen Arbeit und Wirtschaft haben die rund 100 Teilnehmenden anschließend auch an fünf verschiedenen Thementischen zu „Gute Arbeit“, „Fach- und Arbeitskräfte für Berlin“, „Startup-Metropole Berlin“, „Starke Industrie“ und „Vibrierende Kultur“ debattiert. Einig waren sich am Ende alle: Die Hauptstadt ist auf einem guten Weg, den man weitergehen muss.

„Nicht nur Berlin als Stadt muss sexy sein, sondern auch ihre Industrie für die Menschen, die sich vorstellen können in der Branche zu arbeiten – besonders gilt das auch für Frauen und Erwerbsmigration“, mahnte Florian Dörstelmann, Mitglied des Abgeordnetenhauses, anstehende Aufgaben zum Abschluss an. Generell gehe es darum, Löhne zu steigern, Betriebsräte und Gewerkschäften zu steigern, bessere Projektmittelfinanzierungen zu schaffen und so neue Innovationen mit Weitblick zu fördern.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass es vielschichtige Antworten brauche, auch um die Arbeiter*innenschaft wieder fest in der demokratischen Mitte zu verankern. Und so formulierte es auch Handwerkskammer-Geschäftsführer Jürgen Wittke mit einem deutlichen Credo eingangs: „Es gibt selten ganz einfach Lösungen, die Welt ist kompliziert. Wir müssen den harten Weg gehen: Demokratie ist anstrengend und kostet Zeit. Aber Kompromiss ist oft das Beste, was man kriegen kann. Man muss auch dagegenhalten und sich einbringen, das ist unserer aller Pflicht.“

Am 22. September wird die SPD ihre Ergebnisse zum Zukunftsprogramm Berlin 2035 vorstellen und dabei Zielbilder für eine solidarische Gesellschaft in einer lebenswerten Metropole zeichnen.

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