Uli Horb

Trauer um Paul Glaser

Im Alter von 80 Jahren ist am 10. März 2022 der Berliner Pressefotograf Paul Glaser nach längerer schwerer Krankheit verstorben. Mehrere Jahrzehnte hat er für die BERLINER STIMME und die Berlinseiten des Vorwärts geschrieben vor allem fotografiert.

Seit den siebziger Jahren hat Paul Glaser mit seinen Fotos die Entwicklung in West-Berlin festgehalten, hat Parteitage und Firmen besucht, wissenschaftliche Einrichtungen, Schulen, Kitas und Krankenhäuser. Er hat die Veränderungen der Industriearbeitsplätze beobachtet, hat die Sanierung in Kreuzberg oder im Wedding begleitet, den Zuzug von türkischen Arbeitskräften.  Später hielt er die Entwicklung in der DDR und in Osteuropa im Bild fest. Er gewann das Vertrauen der Menschen, die er fotografierte. Türkische Arbeitnehmer, die er in ihrer Firma kennenlernte, durfte er dann auch zu Hause oder bei einer Hochzeitsfeier mit der Kamera besuchen. Wenn eine Redaktion anrief, dann hatte er das passende Bild, weil er die wichtigen Berliner Termine und Themen ohnehin im Blick hatte, ebenso wie alle Politikerinnen und Politiker, die wichtig waren oder werden konnten. Seine mehr als eine Million Negative sind ein wichtiges zeitgeschichtliches Archiv. Und sie zeigen einen warmherzigen und empathischen Blick auf die Stadt und ihre Menschen. Paul Glaser hat sich immer als politischer Pressefotograf verstanden, der Entwicklungen sichtbar machen und aufrütteln wollte.

Auf seiner biographischen Internetseite erinnern Freunde und WeggefährtInnen an Paul Glaser.

Autor:in

Ulrich Horb

Redakteur der BERLINER STIMME und des Berliner Stadtblatts