MüggelseeSPD Berlin/Uli Horb

Schwimmen, wandern und flanieren: Franziska Giffey liebt Berlin und verrät fünf Ausflugsziele

Berlin hat unzählige liebens- und lebenswerte Kieze, stille oder trubelige Ecken, Orte mit langer Geschichte, mit viel Kultur oder Natur. SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey hat viele Ausflugsziele in der Stadt. Der BERLINER STIMME hat sie fünf verraten – stellvertretend für alle anderen.

Müggelsee – Treptow-Köpenick. In der Ferne sind Surferinnen und Surfer auf dem Wasser, ein Segelboot zieht gemächlich vorbei. Der Müggelsee bietet den einen Wassersport, den anderen Stille und Erholung. Berlins größter See ist viereinhalb Kilometer lang und zweieinhalb Kilometer breit, hat mehrere Badestellen und einige Bootsverleihstationen. Und im alten Fischerdorf Rahnsdorf geht noch immer eine Fischerfamilie ihrer Arbeit nach.

Im vergangenen Jahr hat Franziska Giffey sie besucht und über ihre Arbeit gesprochen. Am Müggelsee lässt es sich wandern oder joggen, vom 126 Stufen hohen Müggelturm aus geht der Blick über den See und die Müggelberge, ein drei Kilometer langer Naturpfad lenkt den Blick auf seltene Pflanzen und Tiere. Aber auch die Industriekultur ist nicht weit entfernt: das Museum im Wasserwerk zeigt die Geschichte der Wasserversorgung. Natürlich lässt sich der Müggelsee auch bequem mit dem Dampfer erkunden.

Segelboot auf MüggelseeSPD Berlin/Uli Horb
Wassersport und Erholung: Der Müggelsee ist Berlins größter See und bietet mehrere Badestellen sowie Bootsverleihstationen.

Tiefwerder Wiesen – Spandau. Von der Heerstraße nahe der Freybrücke führen Wege in eine malerische frühere Auenlandschaft an der Havel. Die Tiefwerder Wiesen sind ein Landschaftsschutzgebiet mit großer Artenvielfalt. Früher waren sie regelmäßig überschwemmt, was sie zum größten Laichplatz für Hechte gemacht hatte. Ein Rundweg führt vorbei an Kleingärten und entlang der Wiesen, auf denen Wasserbüffel, Galloway-Rinder und Ziegen weiden. Schmale Wege führen zu den Altarmen der Havel, auf denen Kanus und Stehpaddler*innen unterwegs sind.

Tiefwerder WiesenSPD Berlin/Uli Horb
Landschaftsschutzgebiet mit großer Artenvielfalt: Auf den Tiefwerder Wiesen grasen Wasserbüffel, auf den Altarmen der Havel sind Kanufahrer:innen unterwegs.

Gärten der Welt – Marzahn-Hellersdorf. Mit wenigen Schritten um die ganze Erde: In Marzahn-Hellersdorf ist das möglich. Die „Gärten der Welt“ zeigen die Vielfalt der Natur und die unterschiedliche Entwicklung der Gartenkunst auf den Kontinenten. Die heutigen „Gärten der Welt“ wurden 1987 zur Gartenschau in Ost-Berlin am Fuße des Kienbergs angelegt. Die heutigen „Gärten der Welt“ in Marzahn-Hellersdorf wurden 1987 zur Gartenschau in Ost-Berlin am Fuße des Kienbergs angelegt.

Er dient als Erholungspark mit Wiesen, Kräutergärten, Rhododendronhain, Staudengarten und zahlreichen Beeten. Seit dem Jahr 2000 entstanden dort kunstvolle Gartenanlagen, die in die italienische Renaissance, nach China, Korea, Bali, in einen mittelalterlichen Klostergarten oder in den Orient führen. Auf der Internationalen Gartenschau 2017 zeigten diese Gärten, wie Natur und Kultur in der Welt in Einklang kommen. Aus dieser Zeit ist neben den Gärten auch die Seilbahn geblieben, die weiter über den Kienberg schwebt.

Seilbahn in den Gärten der WeltSPD Berlin/Uli Horb
Überbleibsel der Internationalen Gartenschau 2017: Die Seilbahn schwebt über den Kienberg.

Hufeisensiedlung – Neukölln. Menschenwürdiges Wohnen wollten sie schaffen, die Architekten Bruno Taut und Martin Wagner. Das haben sie geschafft: Ihre „Hufeisensiedlung“ in Britz, seit 2008 Teil des UNESCO-Welterbes, war die Abkehr von den dunklen, engen Mietskasernen, die im Wedding, in Kreuzberg oder im Norden Neuköllns das Leben der Arbeiterfamilien beherrschten. Die Siedlung mit über tausend Wohnungen entstand zwischen 1925 und 1933 als eines der ersten Projekte des sozialen Wohnungsbaus.

Durch die hufeisenförmige Anlage ist ein großer, grüner Innenhof mit Teich entstanden, ein Ort der Begegnung und Entspannung. Rund um das Hufeisen mit seinen dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern wurden Reihenhäuser mit Mietergärten errichtet. Wagner, ab 1926 sozialdemokratischer Stadtbaurat von Berlin, prägte die Berliner Stadtentwicklung mit weiteren Siedlungsprojekten wie der Weißen Stadt in Reinickendorf oder der Großsiedlung Siemensstadt in Charlottenburg-Nord entscheidend. Nach 1933 mussten Wagner und Taut ins Exil gehen.

Hufeisensiedlung in NeuköllnSPD Berlin/Uli Horb
Ort der Entspannung und Begegnung: Die Hufeisensiedlung in Britz beherbergt einen großen, grünen Innenhof mit Teich.

Volkspark Schöneberg-Wilmersdorf. Ein langes, grünes Band zieht sich vom Rathaus Schöneberg bis zur Uhlandstraße in Wilmersdorf. Der heutige Volkspark Schöneberg-Wilmersdorf wurde vor mehr als hundert Jahren in einer eiszeitlichen Rinne angelegt. Deutsch-Wilmersdorf und Schöneberg waren damals eigenständige und wohlhabende Städte, die ihren Bürgerinnen und Bürgern mit zwei ineinander übergehenden Parks eine attraktive Wohnumgebung schaffen wollten.

Heute fasziniert vor allem die Vielfältigkeit der zweieinhalb Kilometer langen Anlage.  Wiesen und ein naturnaher Teich, Spielplätze, Springbrunnen und Staudengarten – hier ist alles zu finden. Im Schöneberger Teil, den Rudolph-Wilde-Park, treffen sich Boule-Spielerinnen und -Spieler, während auf der naheliegenden Wiese Yoga- oder Qi-Gong- Gruppen üben.

Spaziergänger:innen schauen durch große Glasfenster in den U-Bahnhof Rathaus Schöneberg und finden Bänke am Ententeich, der Park lädt zum Joggen und Federball. Und es ist ein Gang durch die Berliner Geschichte. Von der Statue des Goldenen Hirschen, des Schöneberger Wappentiers, die der Bildhauer August Gaul entworfen hat, geht der Blick zum Rathaus Schöneberg, in dem Willy Brandt einst die Geschicke der Stadt lenkte.

Außerdem erinnert die Freiheitsglocke – ebenso im Rathaus zu finden – an schwierige Zeiten der Stadt erinnert. Am großen Spielplatz sieht man das heute vom Deutschlandradio genutzte Funkhaus des von den Amerikanern gegründeten Senders RIAS, der zwischen 1946 und 1993 hier zwei in Ost und West gleichermaßen beliebte Hörfunkprogramme ausstrahlte. Der Hans-Rosenthal-Platz erinnert an einen der bekanntesten RIAS-Mitarbeiter.

Volkspark Schöneberg-WilmersdorfSPD Berlin/Uli Horb
Gang durch die Berliner Geschichte: Von der Statue des Goldenen Hirschen, des Schöneberger Wappentiers, die der Bildhauer August Gaul entworfen hat, geht der Blick zum Rathaus Schöneberg, in dem Willy Brandt einst die Geschicke der Stadt lenkte.

Adressen

  • Müggelsee – Treptow-Köpenick, Strandbad: Fürstenwalder Damm 838, 12589 Berlin
  • Gärten der Welt – Marzahn-Hellersdorf, Blumberger Damm 40, 12685 Berlin
  • Tiefwerder Wiesen – Spandau, nahe Freybrücke / Heerstraße
  • Hufeisensiedlung – Neukölln, Fritz-Reuter-Allee 44, 12359 Berlin
  • Volkspark Schöneberg-Wilmersdorf, Grünzug zwischen Rathaus Schöneberg und Uhlandstraße

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Autor:in

Sebastian Thomas

Redakteur der BERLINER STIMME, des vorwärtsBERLIN und des Berliner Stadtblatts