Projektleiterin Anne StöckmannSPD Berlin/Sebastian Thomas

Mehrgenerationenhäuser: Ein besonderer Ort für Jung und Alt

In einem Mehrgenerationenhaus sind nur alte Menschen anzutreffen. Anne Stöckmann, Projektleiterin des Mehrgenerationenhauses „Kiesspinne“ in Berlin-Lichtenberg erzählt, warum das nicht stimmt.

In einem Mehrgenerationenhaus trifft man nicht nur alte Menschen, sagt Anne Stöckmann. „Es ist eher ein Ort, der die Gelegenheit bieten soll, dass sich die Generationen treffen“, erklärt die 30-Jährige. Sie arbeitet seit 2018 als Projektkoordinatorin im Mehrgenerationenhaus „Orangerie-Kiezspinne“ in Lichtenberg. Davon gibt es in der Hauptstadt genau 20.

In Deutschland werden 530 Mehrgenerationenhäuser vom Bundesfamilienministerium gefördert. Der Bund verlängerte hierfür Anfang 2021 das Förderprogramm – bis 2028. „Mehrgenerationenhäuser sind zentrale Begegnungsorte für alle Generationen – Jüngere helfen Älteren und umgekehrt.“

Längere Laufzeit bedeutet Planungssicherheit

„Niemand weiß besser, was nötig und was möglich ist, als die Kümmerer vor Ort“, sagt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Und der Bund kümmere sich um die Kümmerer – deshalb freue sie sich, dass unter dem Motto „Miteinander-Füreinander“ der Erfolg des Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus fortgesetzt werden könne.

Für 2020 und 2021 stellt der Bund rund 23 Millionen Euro zur Verfügung – eine Erhöhung um fast sechs Millionen Euro. Das bedeutet für jedes Haus 40.000 Euro im Jahr. „Durch das Bundesförderprogramm und die damit verbundene verlängerte Laufzeit auf acht Jahre bekommen wir Planungssicherheit“, sagt Anne Stöckmann sichtlich erfreut.

In normalen Zeiten lernen in der „Kiezspinne“ Jung und Alt voneinander, so zum Beispiel nähen Jungs mit Seniorinnen Turnbeutel. 2018 und 2019 gab es einen Kreativtag: Unter anderem nahmen Jung und Alt Musikstücke mit Alltagsgegenständen auf. In der Pandemie ist das Haus seit Mitte März 2020 bis heute, mit einer kurzen Unterbrechung von Mai bis Mitte Dezember 2020, geschlossen. „Die Projektfinanzierung ist jedoch gesichert, niemand ist in Kurzarbeit“, sagt Anne Stöckmann.

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Autor:in

Sebastian Thomas

Redakteur der BERLINER STIMME, des vorwärtsBERLIN und des Berliner Stadtblatts